Die Karte von Mittelerde

Hat man dieses geschichtsträchtige Dokument erst einmal entfaltet und bei einem Humpen – gefüllt mit herrlichem Met – vor sich ausgebreitet, sollte der Blick des Betrachters zuerst auf den nordöstlichen Teil der Karte fallen. Warum dies so ist, meine Freunde, ist wohl kaum von der Hand zu weisen! So begann doch genau hier, in Eriador, vor vielen Jahren eine wahrlich heldenhafte Reise. Eriador wird von drei Flüssen durchzogen, die allesamt in die Fluten des östlichen Meeres münden.  Der nördliche Fluss – der Lhûn – entspringt den blauen Bergen – Ered Luin – in denen schon seit Anbeginn der Zeit die Zwerge nach Kostbarkeiten schürfen. Im Süden des Landes findet der Betrachter den mächtigen Strom mit dem Namen Gwathlo, der seine Größe durch die Vereinigung dreier kleinerer Flüsse gewinnt. Der Mitheitel und der Bruinen entspringen dem Nebelgebirge (Hithaiglin) und umschließen das Land Rhudaur, wo ein wichtiges Refugium der Elben liegt: Bruchtal! Hier wurde die Gemeinschaft des Ringes gegründet, über deren Abenteuer zahlreiche Lieder geschrieben und gesungen wurden. Der dritte Fluss ist, lieber Betrachter, nicht so wichtig. Umso mehr aber, ist der mittlere Fluss Eriadors von enormer Bedeutung! Der Brandywein findet seinen Ursprung im Evendim-See, im Lande Andor. Folgt man dem Verlauf des Flusses, so erkennt der aufmerksame Betrachter das Auenland. Ja, lieber Freund: Hier wohnen die wahren Helden, dank denen wir hier in geselliger Runde sitzen können. Die Hobbits! An diesem Ort wurde Geschichte geschrieben – von Hobbingen aus machten sich die Helden auf zu einer langen Reise voller Abenteuer und Gefahren. Der Blick sollte nun auf den nordwestlichen Teil der Karte fallen – auf Rohvanion – das Land der Wälder! Sich ohne Kenntnis in den Düsterwald zu begeben, ist wohl mit der Dummheit gleichzusetzen, sich in den Elbenwald Lorien zu wagen, ohne vorher die Zustimmung der mächtigen Elben einzuholen. Ered Michrin (das graue Gebirge) und das Eisengebirge bilden die nördliche Grenze dieses Landes – hier findet der mächtige Fluss Anduin seinen Ursprung. Im Westen liegt das mysteriöse Land Rhû. Im Südosten wächst der Fangornwald, indem die Ents mit stoischer Ruhe ihre uralten Bäume hüten. Mit den Ents gemeinsam siegte einst das stolze Volk der Rohan über den verräterischen Magier Saroman und zerschmetterte die Macht des schwarzen Turms in Isengart. Über das weiße Gebirge – Ered Nimrais – gelangt man nach Gondor, das Land unseres geliebten Herrschers. In Minas Tririth, der glorreichen Hauptstadt unseres Reiches, wurde damals eine der blutigsten Schlachten der Geschichte geschlagen. Schaut der Betrachter nun auf den südwestlichen Teil der Karte, so findet er Mordor. Umgeben vom Schattengebirge – Ephel Durath – erbaute der dunkle Herrscher Barad- Dûr (den dunklen Turm) und brachte von hier aus Tod und Elend über Mittelerde. Mordor: Das Reich des Schreckens – das Reich Saurons – der Ort, an dem der Ring der Macht geschmiedet wurde – und sein Ende fand! Dank unserer Helden, Frodo und Sam, wurde der Ring in den Feuern des Schicksalberges vernichtet und die dunkle Macht Saurons vollends gebrochen. So, mein lieber Freund und Betrachter. Meine Kehle ist trocken, also bestell bitte bei Herrn Butterblume noch eine Runde von seinem feinen Met.

Filed Under: Mittelerde

Tags: ,